Impressionen

Sehenswürdigkeiten in Pisa: weit mehr als der Schiefe Turm

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Pisa konzentrieren sich auf die Piazza del Duomo, doch wer nur den Schiefen Turm besucht, sieht einen überraschend kleinen Teil der Stadt. Zwischen Piazza dei Cavalieri, Borgo Stretto und den Lungarni zeigt sich Pisa als ehemalige Seerepublik, Universitätsstadt und wichtiges Zentrum mittelalterlicher Kunst.

Für einen ersten Besuch ist ein ganzer Tag sinnvoll. Die Piazza dei Miracoli lässt sich am Vormittag erkunden; danach führt ein guter Rundgang durch die historische Stadt bis zum Arno.

Piazza dei Miracoli: das berühmte Ensemble von Pisa

Die offiziell Piazza del Duomo genannte Piazza dei Miracoli gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Dom, Baptisterium, Campanile und Camposanto entstanden zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert und gelten als herausragende Beispiele mittelalterlicher Architektur.

Die vier Hauptbauwerke sind:

  • Schiefer Turm von Pisa
  • Kathedrale Santa Maria Assunta
  • Baptisterium San Giovanni
  • Camposanto Monumentale

Wer auch die Innenräume besuchen möchte, sollte für den Platz mindestens drei Stunden einplanen.

Der Schiefe Turm von Pisa

Schiefer Turm, PisaDer Schiefe Turm ist eigentlich der freistehende Glockenturm des Doms. Mit seinem Bau wurde 1173 begonnen. Bereits während der frühen Bauphase führte der nachgiebige Untergrund zur charakteristischen Neigung.

Der Turm erreicht ungefähr 56 Meter Höhe. Mehrere längere Bauunterbrechungen trugen dazu bei, dass sich seine Entstehung über rund zwei Jahrhunderte erstreckte.

Wer hinaufsteigen möchte, sollte das Zeitfenster vorab reservieren. Der Aufstieg erfolgt über Treppen und ist für Besucher mit eingeschränkter körperlicher Mobilität nicht geeignet.

Der Dom Santa Maria Assunta

Der Bau der Kathedrale von Pisa begann 1064 unter dem Architekten Buscheto. 1118 wurde die Kirche geweiht; Rainaldo erweiterte später das Gebäude und gestaltete wesentliche Teile der Fassade.

Der Dom gilt als Schlüsselbau der pisanischen Romanik. Außen prägen Marmordekor und übereinanderliegende Arkadengalerien das Erscheinungsbild.

Im Inneren verdienen besonders die Kanzel von Giovanni Pisano und das Apsismosaik Aufmerksamkeit. Die Kirche lohnt sich deshalb nicht nur als Ergänzung zum Turm, sondern als eigenständige Sehenswürdigkeit.

Baptisterium: Architektur mit besonderer Akustik

Das Battistero di San Giovanni wurde ab 1152 nach Plänen von Diotisalvi errichtet. Mit einer Höhe von 54,86 Metern und einem Umfang von 107,24 Metern ist es das größte Baptisterium Italiens.

Sein Inneres wirkt im Vergleich zur aufwendig gestalteten Außenhülle überraschend reduziert. Gerade dadurch kommen Raumwirkung und Akustik besonders zur Geltung.

Kunsthistorisch bedeutend ist die sechseckige Kanzel von Nicola Pisano. Sie gehört zu den wichtigen Werken der italienischen Bildhauerei des 13. Jahrhunderts.

Camposanto Monumentale

Der Camposanto schließt die Piazza auf ihrer Nordseite ab. Mit dem Bau wurde 1277 begonnen, um die zuvor rund um den Dom verteilten Gräber an einem geschützten Ort zusammenzuführen.

Im Inneren verlaufen offene Arkadengänge um einen begrünten Hof. Dort befinden sich römische Sarkophage, Grabdenkmäler und mittelalterliche Fresken.

Bei einem Bombenangriff 1944 entstanden schwere Schäden. Die anschließende Restaurierung der Fresken und ihrer Vorzeichnungen – der sogenannten Sinopien – wurde zu einem bedeutenden konservatorischen Projekt.

Piazza dei Cavalieri: das zweite große Zentrum

Etwa zehn Gehminuten von der Piazza dei Miracoli entfernt liegt die Piazza dei Cavalieri.

Im Mittelalter war sie das politische Zentrum Pisas. Im 16. Jahrhundert wurde sie zum Sitz des Ritterordens Santo Stefano umgestaltet. Heute befindet sich hier unter anderem die renommierte Scuola Normale Superiore.

Der Platz bietet einen guten Kontrast zur stark besuchten Piazza dei Miracoli und sollte bei einem ganzen Tag in Pisa unbedingt in den Rundgang aufgenommen werden.

Borgo Stretto und die Lungarni

Von der Piazza dei Cavalieri führt der Weg Richtung Borgo Stretto. Arkaden, Geschäfte und historische Häuser prägen eine der wichtigsten Straßen im Zentrum.

Über den Ponte di Mezzo erreicht man anschließend die Lungarni, die Straßen entlang des Arno. Palazzi, Kirchen und Museen säumen beide Ufer.

Besonders sehenswert ist die kleine gotische Santa Maria della Spina, die unmittelbar am Fluss steht.

Für einen Stadtspaziergang am späteren Nachmittag gehören die Lungarni zu den angenehmsten Bereichen Pisas.

Pisa einmal anders: weitere schiefe Türme

Der berühmte Campanile auf der Piazza dei Miracoli ist nicht der einzige geneigte Kirchturm der Stadt.

Auch die Glockentürme von San Nicola und San Michele degli Scalzi weisen aufgrund des problematischen Untergrundes deutliche Neigungen auf.

San Michele degli Scalzi liegt etwas außerhalb des klassischen Rundgangs und eignet sich besonders für Besucher, die Pisa bereits kennen oder länger als einen Tag bleiben.

Welche Sehenswürdigkeiten eignen sich für wen?

Je nach Interesse lässt sich der Aufenthalt in Pisa individuell gestalten:

  • Für einen ersten Besuch: Piazza dei Miracoli – Piazza dei Cavalieri – Borgo Stretto – Lungarni.
  • Für Kunstinteressierte: Dom – Camposanto – Museo dell’Opera del Duomo – Palazzo Blu.
  • Für Familien: Piazza dei Miracoli, Spaziergang durch Borgo Stretto und Arnoufer. Der Turmaufstieg eignet sich nicht für jeden.
  • Für Fotografen: Piazza dei Miracoli am frühen Morgen und die Lungarni am späteren Nachmittag.
  • Für Wiederholungsbesucher: San Michele degli Scalzi, San Nicola und weniger bekannte mittelalterliche Viertel.

Praktische Hinweise: Parken und ZTL

Im Zentrum von Pisa bestehen verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL) mit kontrollierten Zufahrten. Die Stadt hat die entsprechenden Regeln zuletzt 2025 neu geordnet.

Für Tagesbesucher ist es sinnvoller, außerhalb der ZTL zu parken und die Innenstadt zu Fuß zu erkunden. Zwischen Piazza dei Miracoli, Piazza dei Cavalieri und Arno sind die Wege überschaubar.

Wer mit der Bahn anreist, kann vom Bahnhof Pisa Centrale ebenfalls zu Fuß durch das Zentrum bis zur Piazza dei Miracoli gehen.

Ausflüge von Pisa ans Meer

Pisa liegt nur wenige Kilometer von der Küste entfernt. Marina di Pisa befindet sich an der Mündung des Arno und lässt sich gut als Ergänzung zu einem mehrtägigen Aufenthalt einplanen.

Auch Tirrenia und der Naturpark Migliarino-San Rossore-Massaciuccoli bieten einen deutlichen landschaftlichen Kontrast zur historischen Innenstadt.

Stadtbesichtigung und längerer Strandaufenthalt sollten besser auf verschiedene Tageshälften oder separate Tage verteilt werden.

Beste Reisezeit für Pisa

April bis Juni sowie September und Oktober eignen sich besonders gut für längere Stadtrundgänge.

Im Juli und August sind Piazza dei Miracoli und Turm stark besucht. Ein frühes Zeitfenster reduziert nicht nur Wartezeiten, sondern macht auch einen Rundgang bei angenehmeren Temperaturen möglich.

Die Öffnungszeiten der Monumente ändern sich saisonal. Für Turm, Baptisterium, Camposanto und Museen sollten deshalb vor dem Besuch die aktuellen Zeiten der Opera della Primaziale Pisana geprüft werden.

Tipps zur Unterkunftsauswahl

Wer Pisa und weitere Orte der westlichen Toskana entdecken möchte, erreicht von hier Lucca, Livorno und die Küste auf vergleichsweise kurzen Wegen.

Im ländlichen Umland bietet ein Ferienhaus mit Pool eine angenehme Basis, wenn Stadtbesichtigungen mit ruhigeren Urlaubstagen verbunden werden sollen.

Für Gäste mit Vierbeiner kann ein Ferienhaus mit Hund außerhalb des dicht bebauten Zentrums praktisch sein, da Spazierwege und Naturgebiete leichter erreichbar sind.

Richtung Marina di Pisa und Tirrenia rückt das Meer in den Mittelpunkt. In küstennahen Lagen lassen sich Ferienhäuser mit Meerblick gut mit Ausflügen in die historische Innenstadt von Pisa verbinden.

Gut zu wissen

Die Piazza dei Miracoli liegt am nördlichen Rand des historischen Zentrums und nicht mitten in der heutigen Einkaufsstadt. Deshalb verpassen Besucher, die nach dem Turm direkt abreisen, einen großen Teil Pisas.

Ein Spaziergang über Piazza dei Cavalieri, Borgo Stretto und die Lungarni erweitert den Besuch um die Geschichte der mittelalterlichen Seerepublik und das heutige Stadtleben.

Fazit

Die Sehenswürdigkeiten in Pisa reichen weit über den berühmten Schiefen Turm hinaus.

Dom, Baptisterium und Camposanto erklären die Bedeutung des mittelalterlichen Pisa, während Piazza dei Cavalieri, Borgo Stretto und die Lungarni einen wesentlich vollständigeren Eindruck von der Stadt vermitteln.

Wer mindestens einen ganzen Tag einplant, erlebt Pisa deshalb nicht nur als Fotostopp, sondern als eine der historisch interessantesten Städte der westlichen Toskana.

FAQ zu Sehenswürdigkeiten in Pisa

Wie viel Zeit sollte man für Pisa einplanen?

Für Piazza dei Miracoli und einen kurzen Altstadtrundgang sollte mindestens ein halber Tag vorgesehen werden. Ein ganzer Tag ermöglicht zusätzlich Piazza dei Cavalieri, Borgo Stretto und die Lungarni.

Muss man den Schiefen Turm vorher reservieren?

Für den Turm ist ein festes Zeitfenster sinnvoll, insbesondere in der Hauptreisezeit. Die aktuellen Tickets und Öffnungszeiten veröffentlicht die Opera della Primaziale Pisana.

Ist Piazza dei Miracoli dasselbe wie Piazza del Duomo?

Ja. Piazza del Duomo ist die offizielle Bezeichnung; Piazza dei Miracoli ist der weithin gebräuchliche Name für das monumentale Ensemble. Die UNESCO führt die Stätte als Piazza del Duomo.

Ist der Schiefe Turm der Campanile des Doms?

Ja. Der Schiefe Turm ist der freistehende Glockenturm der Kathedrale und kein separates fünftes Monument auf der Piazza.

Was sollte man in Pisa außer dem Turm sehen?

Besonders lohnend sind Piazza dei Cavalieri, Borgo Stretto, die Lungarni und Santa Maria della Spina. Wer mehr Zeit hat, kann zusätzlich Palazzo Blu oder San Michele degli Scalzi besuchen.

Kann man Pisa mit einem Ausflug ans Meer verbinden?

Ja. Marina di Pisa liegt an der Arnomündung und eignet sich gut als Ziel für einen zusätzlichen halben Tag oder einen weiteren Urlaubstag.

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